<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351</id><updated>2011-12-19T20:39:40.611+01:00</updated><category term='Nichtidentisches'/><category term='Kapitalismus'/><category term='Marx'/><category term='Identisches'/><category term='Mucke'/><category term='Rockismus'/><category term='wohin'/><category term='Straight Edge'/><category term='Schulreform'/><category term='Volksbegehren'/><category term='Hamburg'/><category term='Vorgeschmäcke'/><category term='Migranten'/><category term='Heilanstalt'/><category term='Beck&apos;s Gold'/><category term='Hardcore'/><category term='Hoffnungslosigkeit'/><category term='Befreiung'/><category term='Robert Kurz'/><category term='Joseph Vogl'/><category term='Hoffnung'/><category term='Verwirrung'/><category term='Jetztweltliches'/><category term='Finanzkrise'/><category term='Profitrate'/><category term='Utopia'/><category term='Boheme'/><category term='Propaganda'/><category term='schizoide Strukturen'/><category term='Occupy'/><title type='text'>Pluto, funky planet!</title><subtitle type='html'>24/7 Selbstgehirnwäsche</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>12</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351.post-8350535131679919032</id><published>2011-12-18T02:08:00.015+01:00</published><updated>2011-12-19T20:39:40.622+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Joseph Vogl'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Marx'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Verwirrung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Finanzkrise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nichtidentisches'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='schizoide Strukturen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Profitrate'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Propaganda'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Robert Kurz'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kapitalismus'/><title type='text'>Der Nachttisch des Nicht-Genossen Kyle Bass</title><content type='html'>Kyle Bass, Gründer und Betreiber des texanischen Hedgefonds Hayman Capital, amerikanischer Patriot und Republikaner, gibt der Gegenwartskonfiguration des Weltkapitalismus keine Chance mehr. Und ebenso wenig –  wie bemerkenswert! – der Erklärungsmacht der etablierten Volkswirtschaftslehre.&lt;br /&gt;„Was geht da draußen vor?“, zitiert ihn der Spiegel von dieser Woche. „Sind unsere Modelle noch intakt? Sind die Gewissheiten, von denen wir alle seit Jahrzehnten ausgehen, zerbrochen? Haben wir ein fundamentales, unverstandenes Problem? Die Antwort lautet: ja.“ (Der Spiegel, Nr. 50/2011, S. 63)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-ypCoTfDfZW0/Tu02yTnu3wI/AAAAAAAAAMg/YPJbEK5qJVQ/s1600/ba1.jpg" imageanchor="1" style=""&gt;&lt;img border="0" height="267" width="400" src="http://3.bp.blogspot.com/-ypCoTfDfZW0/Tu02yTnu3wI/AAAAAAAAAMg/YPJbEK5qJVQ/s400/ba1.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für den Nachttisch von Kyle Bass – und aller anderen, die dem „fundamentalen, unverstandenen Problem“ auf der Fährte zu bleiben wünschen – legt &lt;b&gt;Funky Pluto&lt;/b&gt; praxisphilosophischen Lesestoff bereit! Drei buchstabenförmige Verständnissiebe, derer man sich zu Nachforschungszwecken bedienen mag: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Joseph Vogl,&lt;/b&gt; &lt;a href="http://www.diaphanes.de/scripts/buch.php?ID=198"&gt;Das Gespenst des Kapitals&lt;/a&gt; (Zürich 2010)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leseprobe:&lt;br /&gt;„Sofern […] gegenwärtige Kredite durch Obligationen, Obligationen durch künftige Zahlungen von Kreditnehmern und mit weiteren Derivaten garantiert wurden, war nach den ersten Insolvenzfällen und den damit veränderten Erwartungsprofilen nicht mehr klar, ob die zirkulierenden Kredite noch Aussicht auf künftige Gewinne oder bloß ein verblasstes und haltlos gewordenes Versprechen repräsentieren. Verfügbares Kapital ist nicht mehr von reinem Spuk unterscheidbar.“ (S. 171)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-DleaZw_2QKE/Tu07XxkfqQI/AAAAAAAAAM4/_1HoAdVCN8s/s1600/ba4.jpg" imageanchor="1" style=""&gt;&lt;img border="0" height="300" width="400" src="http://2.bp.blogspot.com/-DleaZw_2QKE/Tu07XxkfqQI/AAAAAAAAAM4/_1HoAdVCN8s/s400/ba4.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Robert Kurz, &lt;/b&gt;&lt;a href="http://www.exit-online.org/html/link.php?tab=autoren&amp;kat=Robert%20Kurz&amp;ktext=Die%20Himmelfahrt%20des%20Geldes"&gt;Die Himmelfahrt des Geldes – Strukturelle Schranken der Kapitalverwertung, Kasinokapitalismus und globale Finanzkrise&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leseprobe:&lt;br /&gt;„Zu den vielen schizoiden Strukturen der modernen Welt gehört auch das widersprüchliche Verhältnis von Arbeit und Geld. Arbeit als abstrakte Entäußerung menschlicher Energie im Prozeß betriebswirtschaftlicher Rationalität und Geld als die Erscheinungsform des dadurch erzeugten ökonomischen ,Werts‘ (d. h. einer fetischistischen Phantasmagorie des objektivierten gesellschaftlichen Bewußtseins) sind die beiden Seiten derselben Medaille.&lt;br /&gt;[…]&lt;br /&gt;Im eigentlichen Sinne ,fiktiv‘ wird die scheinbar direkte Bewegung G–G' [die Verwertung eines Geldbetrags G zu einem verzinsten Mehrbetrag G'] erst dann, wenn das Fiasko des substantiellen Verwertungsprozesses dadurch überspielt wird, daß die faul gewordenen Kredite mit anderen, neuen Krediten ,bedient‘ werden; das ist heute in großem Maßstab nicht nur bei den Dritte-Welt-Krediten der Fall, sondern auch bei einer globalen Masse von Unternehmens- und Konsumentenkrediten. Das Finanzsystem schiebt auf diese Weise einen unaufhörlich wachsenden Berg von ,substanzlosem‘ Kreditgeld vor sich her, das behandelt wird, ,als ob‘ es einen realen Verwertungsprozeß durchlaufen würde, der jedoch lediglich durch Meta-Kredite simuliert wird. In dieser Form verlängert sich der Verkettungszusammenhang von abstrakter Arbeit und Geld derart, daß die Nichtübereinstimmung der beiden Erscheinungsformen nicht sofort wirksam, sondern gewissermaßen ,gestreckt‘ wird. Unvermeidlich muß aber schließlich auch die fiktive Verlängerungskette reißen, weil die Meta-Verzinsung der über ihren substantiellen Gehalt hinausgewachsenen Bewegung G–G' an Grenzen stößt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-H8WR3QlS1g4/Tu03k61GVQI/AAAAAAAAAMs/I9cULuxLKBo/s1600/ba3.jpg" imageanchor="1" style=""&gt;&lt;img border="0" height="400" width="400" src="http://1.bp.blogspot.com/-H8WR3QlS1g4/Tu03k61GVQI/AAAAAAAAAMs/I9cULuxLKBo/s400/ba3.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Karl Marx, &lt;/b&gt;Das Kapital (insbesondere Band 3, &lt;a href="http://www.mlwerke.de/me/me25/me25_221.htm"&gt;III. Abschnitt, Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate&lt;/a&gt;, in: Marx-Engels-Werke, Bd. 25, Berlin 1988)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leseprobe:&lt;br /&gt;„Die &lt;i&gt;wahre Schranke&lt;/i&gt; der kapitalistischen Produktion ist &lt;i&gt;das Kapital selbst&lt;/i&gt;, ist dies: dass das &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; und seine Selbstverwertung als Ausgangspunkt und Endpunkt, als Motiv und Zweck der Produktion erscheint; dass die Produktion nur Produktion für das Kapital ist, und nicht umgekehrt die Produktionsmittel bloße Mittel für eine stets sich erweiternde Gestaltung des Lebensprozesses für die &lt;i&gt;Gesellschaft&lt;/i&gt; der Produzenten sind.&lt;br /&gt;Die Schranken, in denen sich die Erhaltung und Verwertung des Kapitalwerts, die auf der Enteignung und Verarmung der großen Masse der Produzenten beruht, allein bewegen kann, diese Schranken treten daher beständig in Widerspruch mit den Produktionsmethoden, die das Kapital zu seinem Zweck anwenden muss und die auf unbeschränkte Vermehrung der Produktion, auf die Produktion als Selbstzweck, auf unbedingte Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit lossteuern.&lt;br /&gt;Das Mittel – unbedingte Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte – gerät in fortwährenden Konflikt mit dem beschränkten Zweck, der Verwertung des vorhandenen Kapitals.&lt;br /&gt;Wenn daher die kapitalistische Produktionsweise ein historisches Mittel ist, um die materielle Produktivkraft zu entwickeln und den ihr entsprechenden Weltmarkt zu schaffen, ist sie zugleich der beständige Widerspruch zwischen dieser ihrer historischen Aufgabe und den ihr entsprechenden gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen.“ (S. 260)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4286332638368907351-8350535131679919032?l=funky-pluto.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/8350535131679919032/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2011/12/der-nachttisch-des-nicht-genossen-kyle.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/8350535131679919032'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/8350535131679919032'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2011/12/der-nachttisch-des-nicht-genossen-kyle.html' title='Der Nachttisch des Nicht-Genossen Kyle Bass'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-ypCoTfDfZW0/Tu02yTnu3wI/AAAAAAAAAMg/YPJbEK5qJVQ/s72-c/ba1.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351.post-5568807246983154218</id><published>2011-11-02T22:17:00.048+01:00</published><updated>2011-11-10T19:06:03.586+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Marx'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Hoffnung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Finanzkrise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Occupy'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Profitrate'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Propaganda'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Jetztweltliches'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kapitalismus'/><title type='text'>Spiegel(online)-Fechtereien</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Eine unprominente Antwort auf vier Fragen, die Spiegel online zum Thema „Banker und Bank-Besetzer“ an &lt;a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,793078,00.html"&gt;verschiedene „Prominente“ &lt;/a&gt; gerichtet hat.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;1. London, Frankfurt am Main, Rom – aus einer Handvoll Demonstranten, die in New York „Occupy Wall Street“ fordert, hat sich eine weltweite Bewegung gebildet, die gegen die Macht der Banken und des Finanzsystems aufbegehrt. Wie beurteilen Sie die Proteste?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Der verblichene Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Sethe"&gt;Paul Sethe&lt;/a&gt;, stellte weiland fest: „Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ Verblüffen kann diese Erkenntnis nur Gutgläubige. Die Medien sind kapitalistische Renditeapparate, die das Gehölz nicht beschädigen, aus dem sie hervorwachsen, oder sie stellen wenigstens, wie die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, mit Establishment-Funktionären bestückte Vorrichtungen zur audiovisuellen Bevölkerungssedierung dar. Dieser funktionelle Zuschnitt des Medienkartells sorgt für die Erfüllung seines Grundauftrags: die gefilterten Interessen der verschiedenen Klassen, Fraktionen und Klüngel zu artikulieren, die der kapitalistischen Gesamtmaschinerie auf Gedeih und Verderb verbunden sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-JP9y_vrlpAM/TrGuFiECh-I/AAAAAAAAAI0/4rBlH5nlETQ/s1600/dr-mabuse.jpg" imageanchor="1" style=""&gt;&lt;img border="0" height="303" width="400" src="http://4.bp.blogspot.com/-JP9y_vrlpAM/TrGuFiECh-I/AAAAAAAAAI0/4rBlH5nlETQ/s400/dr-mabuse.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Die „Occupy“-Bewegung ist nützlich, weil von dort aus Stimmen in die Öffentlichkeit dringen, die das Medienkartell sonst nur in Flüsterlautstärke passieren lässt. Als neu geschaffener Großdebattierraum eignet sie sich hervorragend zur Besprechung der wirklichen Krisenursachen. Dass sie binnen kurzem den Erdball umspannt hat, ist moralisch erhebend und ermutigt zu Bedeutenderem. Doch im Kräfteparallelogramm der Klassenbalgereien muss die Bewegung erst zeigen, was sie taugt.&lt;br /&gt;Die Annahme, Regierungen, Kapital und Bankenretter säßen mit den abhängig Beschäftigten und anderen „kleinen Leuten“ im selben Boot, ist ein Propaganda-Trugbild. Der Rettung würdig sind nicht Großbanken und halbbankrotte Staatsapparaturen, sondern bloß die Lebensinteressen und Versorgungsadern der Habenichtse. Der Anspruch muss sein, vom bröckelnden Restkuchen möglichst umfangreiche Einzelstücke für die Unteren zu erstreiten. Vor dieser Aufgabe steht im Augenblick die Arbeiterklasse in Griechenland, Großbritannien, Italien, Spanien, Portugal und Irland, die zur Bewältigung des Krisenparcours den Gürtel gewaltsam enger geschnallt bekommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-ZOyER3PJdaQ/TrGuukhUYeI/AAAAAAAAAJA/Byka0NtbVS0/s1600/lang_dr_mabuse_der_spieler_ein_bild_der_zeit_stor.jpg" imageanchor="1" style=""&gt;&lt;img border="0" height="275" width="400" src="http://2.bp.blogspot.com/-ZOyER3PJdaQ/TrGuukhUYeI/AAAAAAAAAJA/Byka0NtbVS0/s400/lang_dr_mabuse_der_spieler_ein_bild_der_zeit_stor.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Tageslosung ist: entschlossen alle Versuche parieren, den „kleinen Leuten“ die unverschämten Lasten der „Krisenlösung“ aufzubürden. Ob „Occupy“  nachhaltigen Nutzen aufweist, bemisst sich daran, ob die Bewegung zu diesem Abwehrkampf etwas beiträgt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;2. Wie groß ist die Verantwortung der Banker für die Finanzkrise?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Der Ausdruck „Finanzkrise“ führt notorisch in die Irre. Wir haben es überhaupt nicht mit einer speziellen Banken- oder Schuldenkrise zu tun, sondern mit einer Erscheinungsform der kapitalistischen Krise an sich. Sie entspricht einer notwendigen Entwicklungsphase im Absterben des kapitalistischen Systems. Insofern resultiert der Gegenwartsschlamassel keinesfalls aus den verachtenswerten Ränken einer Clique „gieriger“ Reicher und „Bankster“. Vielmehr verfolgen die Kapitalbesitzer und -verwalter, die auf den Finanzmärkten engagiert sind, nichts als ihr ureigenes Interesse: für eingesetztes Kapital die höchstmögliche Rendite zu erzielen. Seit den 1970er Jahren lässt sich dieses Interesse auf dem Wege der „realwirtschaftlichen“ Warenproduktion, geschweige denn der von Dienstleistungen nicht mehr befriedigend verwirklichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-nCFL8uFE5ys/TrGvFUG0IoI/AAAAAAAAAJM/DohCbq_4HNU/s1600/l_13086_a1ac4d0a.jpg" imageanchor="1" style=""&gt;&lt;img border="0" height="400" width="263" src="http://1.bp.blogspot.com/-nCFL8uFE5ys/TrGvFUG0IoI/AAAAAAAAAJM/DohCbq_4HNU/s400/l_13086_a1ac4d0a.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Die Ursache hierfür liegt darin, dass der von Marx aufgedeckte &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tendenzieller_Fall_der_Profitrate"&gt;„tendenzielle Fall der Durchschnittsprofitrate“&lt;/a&gt; sich im Gefolge der mikroelektronischen Revolution innerhalb der industriellen Sektoren signifikant und schonungslos auswirkt; aufgrund der kolossalen Hochtechnisierung ist die Durchschnittsprofitrate in diesen Sektoren weithin am Abschmelzen. Die alarmierten Investoren wichen aus in Finanzmarktaktivitäten, wo zeitweise höhere Renditen winkten. Sie wurden Förderer und Nutznießer der staatlichen Verschuldungsexzesse, die für die drohende Renditedürre nochmals einen Aufschub bedeuteten. Nachfolgend, seit den 1980er Jahren, erreichen Überakkumulation und Liquiditätsschwemme immer neue Dimensionen, und es blähen sich vermehrt die spekulativen Blasen. Resultierend aus einer organischen Absetzbewegung hin zum Geschacher mit Börsentiteln, Derivaten und sonstigen Finanzinstrumenten, sind jene Blähgebilde weit davon entfernt, bloß Eiterbeulen am kapitalistischen Organismus vorzustellen. Nichtsdestotrotz sind sie drohendes Symptom für den bevorstehenden Zusammenbruch des Gesamtsystems, das unheilbar der Alterssklerose anheimgefallen ist.&lt;br /&gt;In Absehung davon allein Bankern, Spekulanten und Schuldenmachern die Schuld für die gegenwärtigen Verwerfungen zuzuschieben, ist bei Sozialdemokraten, Grünen und anderen berufsmäßigen Apologeten der Marktwirtschaft hochpopulär. Solcher Dämonisierung des „Finanzjongleurs“ entspricht eine naive Weichzeichnersicht vom üblichen kapitalistischen Geschäftsgebaren. Im Gegensatz zu dem, was diese Fehlauffassung nahelegt, verkörpert der Spekulant keineswegs die Pervertierung der „vernünftigen“ marktwirtschaftlichen Aktivität, sondern ist ureigener Ausdruck des Akkumulationsdrangs, wie er jederlei Geschäftstätigkeit zugrunde liegt. Weder der Industriekapitalist noch der Banker investiert aus niedriger Lust am Raffen, sondern um „bei Strafe des Untergangs“ (Marx) in der Marktkonkurrenz seine Stellung zu behaupten und, was dasselbe bedeutet, sein Kapital zu vermehren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-9jw8TjyMWa8/TrGvZslXZNI/AAAAAAAAAJY/4JECjjNeszQ/s1600/11255121_gal.jpg" imageanchor="1" style=""&gt;&lt;img border="0" height="320" width="400" src="http://1.bp.blogspot.com/-9jw8TjyMWa8/TrGvZslXZNI/AAAAAAAAAJY/4JECjjNeszQ/s400/11255121_gal.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Wie der Industriemanager ist der Investmentbanker lediglich ein bestellter Funktionär, der auf seinem Wirkungsfeld dem Auftrag zur Renditemaximierung nachkommt. Das von Marx beschriebene Grundparadoxon des Kapitalismus besteht darin, dass aus dem in sich stimmigen Kaufmannshandeln des profitgeleiteten Einzelkapitalisten im Zusammenspiel der vielen, die dasselbe tun, Krisen notwendig erwachsen müssen. Diese bestechende und in ihrem Kern voll gültige Analyse verzichtet gänzlich auf die Isolierung alleinverantwortlicher Sündenböcke. Die Krise auf die alttestamentarisch anmutende „Gier“ einiger Banker und Spekulanten zurückzuführen, fällt hinter diesen Ansatz hoffnungslos zurück. Gleichwohl handelt es sich um die Scheinerklärung, die im Massenbewusstsein am stärksten verankert ist – sowie um die ärmlichste Mediengaukelei, die in den letzten Jahren Verbreitung erfahren hat.&lt;br /&gt;Soll ein „Verantwortlicher“ für die Krise identifiziert werden, so findet man diesen nicht in Gestalt des Bankers im Besonderen, sondern im Kapital in seiner Gesamtheit, konstituiert von all denjenigen, die ihr borniertes Interesse am Fortbestehen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung tagtäglich durchsetzen: Unternehmer, Manager, Aktionäre, Establishmentpolitiker, Gewerkschaftsbürokraten, Verbandsfunktionäre, Hedgefondsdirigenten und, unter anderem, Top-Banker.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; "&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-hCuxpZaq-OI/TrGvlKbt3UI/AAAAAAAAAJk/c0vlKm9Ec1I/s1600/0000216524.jpg" imageanchor="1" style=""&gt;&lt;img border="0" height="300" width="400" src="http://1.bp.blogspot.com/-hCuxpZaq-OI/TrGvlKbt3UI/AAAAAAAAAJk/c0vlKm9Ec1I/s400/0000216524.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Der gemeine Arbeitnehmer zählt nicht zu diesen Interessierten, auch nicht wenn er sich dies einbilden mag. Kapital und, damit einhergehend, Einfluss auf Mitmenschen und Lebensumfeld gewinnt er durch seine Teilnahme am kapitalistischen Verwertungsreigen nicht. Er verdingt sich in der Wirtschaftsmaschinerie nur deshalb, weil er als Besitzloser gar keine andere Möglichkeit hat, sich das Lebensnotwendige zu verschaffen. Wirkungsmacht kann er nur entfalten, indem er aus seiner drögen Rolle als wirtschaftlich Vernutzter heraustritt und den überpersönlichen Zusammenschluss mit denen sucht, die sich in derselben Lage befinden.&lt;br /&gt;Die gewaltige Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums zugunsten einer winzigen Minderheit von Superreichen, die sich über die letzten Jahrzehnte entrollte, hat – so ihr Begleiteffekt – allein der schmalen Zwischenschicht von aufstrebenden Managern, Abteilungsleitern und Spitzentechnikern mittelgroße Schmeichelgratifikationen und Vergünstigungen in die Taschen gespült. Je untergeordneter seine Stellung im Wirtschaftsprozess, desto weniger Nutzen zieht der arbeitende Mensch, gleich in welcher Planetengegend er sich abrackert, aus dem Fortbestehen des kapitalistischen Ausbeutungssystems.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;3. Realistisch betrachtet: Sehen Sie Alternativen zu unserem Finanzsystem?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Wenn die explodierende Spekulationstätigkeit nur eine natürliche, notwendig prekäre Umleitung des normalkapitalistischen Profitinteresses darstellt, so wäre dieser organischen Entwicklung und der sie begleitenden ungeheuerlichen Enteignung der arbeitenden und beschäftigungslosen Massen weltweit mit der „natürlichen“ Gegenbewegung zu begegnen gewesen: der Organisierung des Klassenkampfes von unten, und zwar international intelligent vernetzt, unter Überwindung beschränkter Standortinteressen. Daran haben die deutschen Betriebsratsfürsten, Gewerkschaftsführer und rot-grünen Parteioberen, die heute am lautesten über „gierige Spekulanten“ zetern, freilich nicht im Traum gedacht. Ganz im Gegenteil, sie räumten dem Spekulantentum seit 1998 manche Hürde aus dem Weg und sehen sich nun übermannt von der Gewalt der Geister, die sie riefen, aber nicht loszuwerden vermögen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; "&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-rIF92XwBrUs/TrGvwePD5qI/AAAAAAAAAJw/y4RrTeF-dZs/s1600/nosferatu.jpg" imageanchor="1" style=""&gt;&lt;img border="0" height="274" width="400" src="http://4.bp.blogspot.com/-rIF92XwBrUs/TrGvwePD5qI/AAAAAAAAAJw/y4RrTeF-dZs/s400/nosferatu.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Mit dem Finanzblasentum der letzten 20 Jahre wurde ein Kapitalismus hochgedopt, der in seiner Grundstruktur vollständig erschöpft ist; ein prekär und unmöglich gewordenes Ausbeutungsverhältnis erhält seine letzten Adrenalinstöße. Wer mit dem Kapitalismus vermählt zu bleiben wünscht, muss ihn in ebendieser Gruselgestalt hinnehmen – so siech und defekt, wie er sich geriert. Die Alternative ist, ihm den Rücken zu kehren. Die neosozialdemokratischen Konzepte einer „Zähmung“ der Finanzindustrie bei gleichzeitiger Unantastbarkeit der kapitalistischen „Realwirtschaft“ sind entweder naivem Denken geschuldet oder geleitet vom Eigeninteresse sozialdemokratischer Systemhausmeister, die in Symbiose mit dem Kapital existieren. Sie sind beseelt vom panischen Drang nach Aussöhnung mit ebenjenen ökonomischen Mächten, deren paradoxe Zwangshandlungsweise den Krisenausschlag immer wieder hervorbringt. Der Glaube an die Wirksamkeit von Eindämmungsmanövern basiert auf verwässertem Keynesianismus, gewürzt mit Illusionen und Wunschträumereien. &lt;br /&gt;Der Kapitalismus darbt nicht, weil spekuliert wird, sondern umgekehrt: Hätte die Spekulation keinen Ausweg geboten, wäre der Zusammenbruch schon viel früher erfolgt. Das System vermochte sich seit dem Kriseneinbruch der 70er nur deshalb von Zyklus zu Zyklus schleppen, weil mit wuchernder Investment- und Verschuldungswirtschaft ein temporärer Stimulationsmechanismus in Gang kam, der eine vitale Kapitalverwertung nachäfft. Wer meint, nach offenkundigem Motorschaden brächte ein Ölwechsel Linderung, hat sich in dem ahistorischen Missverständnis verfangen, man bräuchte den vergreisten Kapitalismus bloß mit Jungbrunnen-Plörre zu benetzen, um frühere Lebenskraft wiederkehren zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/-b6jwGpxygk4/TrGv6eM5BQI/AAAAAAAAAJ8/DklbT0M8H0Y/s1600/fig-11-mabuse-scattered-pages.jpg" imageanchor="1" style=""&gt;&lt;img border="0" height="300" width="400" src="http://2.bp.blogspot.com/-b6jwGpxygk4/TrGv6eM5BQI/AAAAAAAAAJ8/DklbT0M8H0Y/s400/fig-11-mabuse-scattered-pages.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Der Krisentaumel der vergangenen Jahre hat offengelegt, dass die grundlegenden menschlichen Lebensbedürfnisse durch den Kapitalismus nicht befriedigt werden können. Die Fahndung nach der großen Alternative zum bestehenden kapitalistischen System beruht nicht länger auf Phantastereien von Gewohnheitsnörglern und Außenseitern. Sie ist von bitterer Notwendigkeit diktiertes Tagesgeschäft geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;4. Haben Sie selbst schon schlechte Erfahrungen mit unseren Banken und der Finanzwirtschaft gemacht? Welche?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;Q. e. d.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4286332638368907351-5568807246983154218?l=funky-pluto.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/5568807246983154218/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2011/11/spiegel-online-fechtereien.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/5568807246983154218'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/5568807246983154218'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2011/11/spiegel-online-fechtereien.html' title='Spiegel(online)-Fechtereien'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-JP9y_vrlpAM/TrGuFiECh-I/AAAAAAAAAI0/4rBlH5nlETQ/s72-c/dr-mabuse.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351.post-4066947680735390136</id><published>2010-09-25T22:56:00.032+02:00</published><updated>2011-12-19T20:21:44.106+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mucke'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='schizoide Strukturen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Propaganda'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Heilanstalt'/><title type='text'>Unverdaute Barbarei</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Vorläufiges zur Klangform des Hip-Hop&lt;br /&gt;(Das nahferne Echo des Dinosaurier-Blökens, Teil 4 und Schluss)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie keine andere Klangerzeugungsweise liefert der Hip-Hop das Stil-Werkzeug dafür, erhellendes Textgut in Köpfe zu blasen. Irgendwelchen Könnertums bedarf es hierbei nicht; seine Machart erlaubt in einfachster Manier die Anreicherung von Gesagtem mit Wohlklang. Der nachwachsende Schlaue, der am Weltzustand sich stößt, findet, was solche Praxis erfordert, vor auf seinem Jugendzimmer-Computer. Ein wenig geübte Mauswedelei erschließt den Epochenvorzug des Hip-Hop, die prachtvolle Purheit seiner Mischprodukte: Aus ein paar &lt;a href="http://funky-pluto.blogspot.com/2009/10/soothing-soul-music-oder-die-exaltierte.html"&gt;Soul&lt;/a&gt;-Tracks voller Mildsinnigkeit werden die Grooves kundig abgespalten und laden etwas Versliches auf mit Interessantheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/saeugling_lauscht.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So vermag die Geschmeidigkeit eines Hooks selbst die schroffste Psalmierung fein zu stützen. Solcherlei Silben-Amalgame, die der Le(h)r[n]ende nützlich findet, bilden in ihrer wortrhythmischen Einheit die vollendetste Form der Weltansprache; in solch bestem Fall von Kunsterfahrung reift Neuwissen per Unterhaltsamkeit. Zum Nachweis diene „WMD“, rumpelraue Kollaboration von Wise Intelligent (einst Poor Righteous Teachers) und Anticon-Sound-Bastelgenius Jel: &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=LzVPdml7eqc"&gt;www.youtube.com/watch?v=LzVPdml7eqc&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Driss-Diss&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich aber, beim Gros der Interpreten, ist das Gereimte bloß Zusammenballung von unhinterfragten Verzichtlichkeiten. Es formt sich daraus eine Sabbelwolke, welche den gesamten Erdball einwattet. Die Irrtümer des fetischgeladenen Alltags hallen vieltausendfach darin wider: In Gernegroß-Pose und mit hängenden Lefzen der Warenwelt in den Ausschnitt gieren, die XX-chromosomierte Menschheitshälfte zu Koitus-Puppen zurechtverkleinern, Homophobie und Tribalismus – das Dürftigste, was das Spektakel bereithält, schallt mit dem Hip-Hop als Megaphon unablässig auf diejenigen nieder, die für die Verarbeitung der täglichen Wirrnis ganz anderer Anhaltspunkte bedürften. Der Hip-Hop wirkt als Aufwärmplatte für die abgestandesten Bräuche der Jetztwelt. Auch hier bleibt es wahr, das Trotzki-Wort, wonach die fehlverbaute Zivilisation durch den Schlund erbricht, was ein Stockwerk tiefer, in der Kloschüssel nämlich, besser die letzte Ruhe fände.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/porsche_kaputt.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es schon nicht Defäkier-Keramik ist, was all diesem Driss als Resonanztrichter dient, so immerhin manchmal das Gemauerte, das die Kabine der Fußball-Nationalmannschaft einhegt. Mit seinem chauvinistischen Einpeitsch-Machwerk „Fackeln im Wind“ setzte der Reichstagsstandort-Zögling Bushido während der WM 2010 die Kicker-Stammhirne abscheulich unter Strom.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seele am baumeln&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hervorgewürgte Mund-Exkremente transportieren häufig auch mildere Aromen. Dies ist der Fall bei einer gewissen Sorte von zwischenschichttauglichem Schlaumeier-Hip-Hop. Für die Darstellung scheinhafter Emanzipation gibt dieser einen nützlichen Soundtrack ab.&lt;br /&gt;Aus dem Inventar der Philosophie der Praxis, die die Lebenden als behandelte Handelnde begreift, ergibt sich das Gesetz des Entscheider-Austauschs; es besagt, dass aus den Reihen der Schweiß Blutenden, der Ausgesaugten, der Gehetzten von gestern man die Welten-Zertreter von morgen rekrutiert. Die Gesetzmäßigkeit hat ihre Gültigkeit erwiesen für Christenkirche und Sozialdemokratie, für Völkerwanderung und Kolonialrevolte und auch für die Bürgerrechtsadvokaten des stärker pigmentierten Amerika; Barack Obama schätzt The Fugees.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Weltgeschichte als Weltgericht&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch selbst überflüssigste Genre-Acts schlagen in ihrem verzichtlichen Getaumel nützliche Schneisen in den Monolith. Die großartige Produktionsgewohnheit, aus dem Soundmüll der Charts das Verwertbare zu klauben und zu tragbarer Volksansprache zu verschrauben, bringt sie in Konflikt mit den Verfolgungsschwadronen der Copyright-Digitaldiktatur. Auf diesem Felde kämpft der Hip-Hop, sich, wie Kämpfende oft, seiner Rolle kaum bewusst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/gebaude_kippt.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch der dümmste Reimsabbler tollt somit umher auf dem bedeutendsten Schauplatz, den der Klassenkampf um nachmillenniale Kultur-Sememe aufweist; was sein Management freilich nicht daran hindert, den Verfolgungsdruck geschäftsmäßig umzuleiten und seinerseits Filesharern nachzusetzen. Die irre Dialektik des Verfolgertums braucht zur Entfaltung nicht immer Generationen. Eine einzige Persönlichkeit genügt ihr als Wirkraum.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4286332638368907351-4066947680735390136?l=funky-pluto.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/4066947680735390136/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2010/09/unverdaute-barbarei.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/4066947680735390136'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/4066947680735390136'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2010/09/unverdaute-barbarei.html' title='Unverdaute Barbarei'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351.post-6798561995854771908</id><published>2010-08-10T23:49:00.028+02:00</published><updated>2011-11-03T18:47:25.428+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Finanzkrise'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Migranten'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Boheme'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schulreform'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Volksbegehren'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Beck&apos;s Gold'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Hamburg'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kapitalismus'/><title type='text'>Eigenbrut-Doping</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Altbau-Styler im Synapsen-Kampf &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was verschafft Kühlung im hassheißen Sommer? Das Spektakel. Immer wieder das &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gesellschaft_des_Spektakels"&gt;Spektakel&lt;/a&gt;! Urban Professionals finden zu sich selbst. Wir mittendrin statt nur dabei.&lt;br /&gt;Beobachtungsanlass: das Volksbegehren, das Bürger der erstaunlichen Hansestadt Hamburg gegen eine "Schulreform" aufgeführt haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gehirne in Wet Gel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Plan des schwarzgrünen Senats schien maßvoll. Die Grundschule hätte sechs Jahre dauern, die Hauptschule in „Stadtteilschulen“ aufgehen sollen. Zungenflinken Mitbürgern passte das nicht. Sie stürmten an gegen die eigenen Gewählten. Die Wortmeldungsmuster der Volksentscheidler weisen sie klar als Produkt eines Milieus aus: dem der leistungsfroh-lockeren Altbau-Professionals.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/Gabriel.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schwarzgrün hatte gemeint, jenen Zwischenschichtlern in erweiterter Ausschau etwas Gutes zu tun. Denn hinter der Schulreform verbirgt sich ein Anlass: der Mangel an städtischen Domestiken. Die zahllosen Stellen in Handyläden, Tankshops, Bulettenbutzen und H&amp;Ms werden nicht allein von Studenten eingenommen; es schuften in diesen Sweatshops auch Menschen, deren „Karriere“ nicht gerade erst anfängt, sondern dröge vor sich hin verläuft. Auf sie prallen als Kunden urbane Ehrgeizlinge und stöhnen angesichts von Ahnungslosigkeit und Umgangsformen der Dienstleistungs-Erbringer. „Servicewüste Deutschland“, dröhnt die Beschwerde-Parole, von marktorientierten Fachjournalisten den Nörgelnden ins Gehör gepflanzt. Aus dem grinsenden Mund des Pseudo-„Managers“ a.k.a. Überredungs-Knechts, der einen im Handyladen beschwallt, soll nach Vorstellung der Altbau-Professionals bitte sehr eine Sprache plätschern, die sie entfernt als die ihre erkennen; es darf auch das Schriftdeutsch der Servicekraft die allgemein üblichen Verbindlichkeits-Floskeln, Anrede-Codes und Kommas aufweisen. So spornen die geschüttelten Zwischenschicht-Köpfe das Anspruchsdenken im erschlafften Deutschland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Förderthrombose&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass dem Billiglohnsegment die Qualis abgehen, verbreitet seitdem jeder, der nachts unruhig pennt. Die sogenannte „Öffentlichkeit“, das organisierte Selbstgespräch der Oberen, verwaltet Erklärungsmöglichkeiten. Favorit ist das mangelnde Bildungs-Moisturizing. Die Hauptschule, meint man, wirkt als Stigma-Lieferant und träufelt den Beschulten nicht das Nötige ein. So wimmelt es von Kids, die auf dem Sklavenmarkt nicht klarkommen; karg erstreckt sich die „Servicewüste“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/Wueste.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was Bildungstüchtigkeit anbetrifft, gelten als vorbildlich die Wohlinstruierten aus den zwischenschichtlichen „Lese-Haushalten“. Die Schulreform sah vor, die Nachholbedürftigen länger mit ihnen gemeinsam zu belehren. Auch sollte die Haupt- mit der Realschule verschmelzen und nicht mehr als Ausschuss-Container fungieren. Im Verhältnis zu früheren Schulreformplänen wirken diese Vorhaben ausnehmend harmlos. Schon die integrierte Gesamtschule, von halblinken Länder-Sozialdemokraten lange mehr gefordert als eingeführt, zielte darauf, die Nachteile der Schwachen durch besonderen Beistand abzumildern. Die Drei-Klassen-Schule stellte sie niemals in Frage, sozialdemokratisch gedämpft tat sie ihr Werk. Trotzdem wurde sie wüst bekämpft und findet sich heute kaum irgendwo.&lt;br /&gt;Die milde Reform, die der Senat anstrebte, sollte nicht bloß Qualifikation generieren. Man beabsichtigte auch, Quartiers von Abgehängten, wie sie französische Banlieues aufweisen, in ihrem Wachstum einzudämmen; „Gewaltbereitschaft“ sieht die Macht gern reserviert für die Kohorten der eigenen „Sicherheitskräfte“.&lt;br /&gt;Die Zwischenschicht-Meute verwirrte das alles. Ihrem Geschmack nach fasste der Senat das große Ganze viel zu scharf ins Auge. Angesickt schluckten die Altbau-Breeder. Die Volksentscheid-Kampagne entrollte sich zügig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schwall im All&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was quälte sie so, die Primarschul-Gegner? Die Privatsorge bloß um den Hirninhalt der Lütten, welchem durch die Schulreform Verwässerung drohte?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/Polohemd.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Besehen wir uns die Durchschnittssitten des kontemp(t)orären Zwischenschichtlers. Bevorzugt gibt dieser den Pseudo-Bohemien, ein Rollenspiel, das seine Abrundung findet in Usancen eines klemmigen Scheinhedonismus. Und wo Verklemmtheit waltet, wird schnell Lockerheit ernannt zum alles überstrahlenden Großvorzug. Straßenfest, schwullesbisch, multikulti, ziseliertes Stil-Tattoo zum Stil-Altbau: Es lässt sich alles bequatschen, irgendwie. Eine scheinhafte Weltinteressiertheit bricht sich Bahn in der Herzenshinneigung zu „schönen Dingen“ – gern entstammend allen Weltkulturen, doch bevorzugt dem Designkaufhaus um die Ecke. Darüber hinaus wird Gutes gestiftet, indem man Verdauliches im Bio-Markt erwirbt. Referenzen für irgendwelche Interessen jenseits der nächsten „Anschaffung“ sind routiniert und rasch dahingeheuchelt. Am Mitmensch interessiert diese „Fun“-Erpichten zuvorderst die Distinktions-Abstrahlung. Die Leitartikel-Fachvokabel „Toleranz“ besitzt für sie folglich eine Sonderbedeutung; sie umfasst nichts weiter als die Grundsympathie, die sie den vielfältigen Stil-Erscheinungen der eigenen Mischpoke entgegenbringen.&lt;br /&gt;So üben sich die Styler im Gaukelgehabe. Lässt man alle Höflichkeit fahren, kommt man zu folgern nicht recht umhin, dass ein Stützkorsett eitler, hirnloser Ansprüche das Einzige ist, was ihren leeren Leben Halt gibt. Restzweifel werden hinweggeschwemmt von pompösem Eigentlichkeits-Geschwalle, jener „irgendwie“-, „Oh mein Gott!“- und „Lieben Dank“-Sprache, die ihren Suffleuren zu eigen ist. Wer den Selbstvergewisserungs-Talk nicht hinkriegt, den streift der Abwind kühl klappernder Lider.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ethnische Beschulung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sahen, der Styler blickt verdrossen drein, wenn Servicepersonal ihm nicht zuvorkommend kommt. Mit Übung im Spaltblick der Ethno-Separierung ordnet er häufig dem Minderkompetenten eine migrantische Abkunft zu. Einmal knapp hingezwinkert, scharf vorbeigeurteilt. Denn genetisches Erbe ist Aspekt der Klassenfrage; einer Frage freilich, die bis ans Styler-Ohr nicht dringt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/Flaschenhirn.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das deutsche Establishment verteilt die Gezeugten auf die drei Etagen des Belehrungsapparats. Es handelt sich um ein Selektionsregime, das dem Kapital die Vernutzung erleichtert; mit bewährter Verlässlichkeit hält es unten, wem von Hause aus der Pauk-Anschub fehlt. Lange blieben die Aussortierten als inländische Deutschmenschen unter sich. Erst von den späten Sechzigern an leisteten Migrierte ihnen Gesellschaft. „Bildungsvoraussetzungen“ schmückten sie so wenig wie ihre deutschen Quartiersmitbewohner. Die Ausschluss-Schleusen der Drei-Klassen-Schule saugten sie machtvoll Richtung Hauptschul-Sumpf. Kindern und Enkeln ergeht es kaum anders. Wie spiegelt dieser Circulus vitiosus sich im Wolkenkuckucksheim des Zwischenschichtsbewusstseins? &lt;br /&gt;Den am ärgsten Bedrängten aus der Patsche zu helfen, an so einer Absicht wächst auch der Starke. Doch den Altbau-Stylern ist nicht darum zu tun, in irgendeinem allgemeinen Sinne zu wirken. Zusammenhalt üben sie in engen Cliquen, wo man Babysitting-Timings, Reiseprojekte, Umzugslogistik und Weggehziele abspricht. Ihre Bildungsansprüche sind privatisiert. Wenn es um die Brut geht, dann nur um die eigene – und hier speziell darum, sie gemäß den Zugriffszwängen der verqueren Drumherumwelt zurechtzumodeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigenbrut-Doping&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie ein Kitchenaid-Rührelement durchquirlt „Proaktivität“ das Fast-Nichts. Es ließe dieses Wortgeschöpf der Marketing-Hölle sich am besten übersetzen mit: hektisches Getue. Davon bildet die Ausbildung der Kleinsten selbstverständlich eine Untersparte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/Grinser.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon die Vorschulgöre wird terrorisiert mit zahllosen ausgefeilten Schlaumach-Events; die Eintönigkeit der Elternexistenz, abreagiert im hektischen Betreiben von Kurzferienplanung, Yoga und Eso, von Tauchkurs, Piazza- und Grill-Gechille, wird in den wehrlosen Kleinen dupliziert. Beim Sonntagsspaziergang durch die Stadtpark-Landschaft ziert die casual Markengewandung ebenso den parfümierten Breeder-Leib wie den des gerade lauffähigen Anhangs. Im Selbstgezüchteten, Gen-Eingemachten geht für sie das Vermächtnis dessen auf, was sie als ihren „Erfolg“ betrachten – jenes Nichts, eigentlich, das wie ein Alles erstrahlt. Und alle vermeintliche Lockerheit, alles Küsschen-Getue fällt von ihnen ab, wo es um die eigenen Gezeugten geht. Nachhilfestunden, häusliches Coaching, Lernbibliothek im Kinderzimmer – alles recht und billig, wenn es dem Fortkommen nützt. Zöglinge, die schon die Realschule schlaucht, werden mit Macht ins Gymnasium gepresst. Die Eigenbrut-Behandlung füllt die leeren Leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Becksgoldene Jugend &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schwarzgrün, das sind in Gestus und „Lebensplanung“ so was von die eigenen Leute. Doch man braucht sich nicht lange darüber zu wundern, dass die Altbau-Breeder der Schulreform mit so ungläubiger Wut den Kampf ansagten. Bei der Pflege des bürgerlichen Durchschnittsinteresses muss man als Senat auch mal das Fernglas auspacken. Die Breeder-Basis kann sich Kurzsichtigkeit leisten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/Testflaschen.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Freiheit der Schulwahl!“, schallt arglos ihre Losung. In Wahrheit diente das Volksbegehren zur Durchsetzung kleinlichster Eigensüchte: Die Frühkarriere der reizenden Kleinen entrolle sich bitte in maximalem Abstand zu allem, was scheel nach Schwachmatisch dünstet. Die Minderbemittelten, die dem Pranger entstreben, in den sie von den Hartz- und Agenda-Bütteln seit Schröder und Merkel hineingespannt werden, sind für die Altbau-Professionals Objekte von dahingewisperten Fernhaltungswünschen. Die P(rek)arias versauen den Schlauen den Durchschnitt; verschwendet scheint die Schulzeit der Zwischenschicht-Zöglinge, wenn Lehrkräfte damit beschäftigt sind, das Hartz-Hirn des Mitsitzers mit zu umsorgen.&lt;br /&gt;Der schwarzgrüne Senat ist bloß ein Sparrings-Strohmann, mit dem im Visier die Altbau-Breeder stellvertretend den Pöbel prügeln: den Menschen-Matsch aus Migranten-Nachkommen, Ausschuss-Inländern und anderen Asis, die beim Nachstellen von Bacardi-Werbespots weniger glänzen als die heißen Styler. Der Domestik von morgen soll Förderung erhalten? Von mir aus, aber bitte weit weg von unseren Kids. Prügel-Murat mit der Kopftuch-Mutti, die Hartzi-Schabe aus dem übernächsten Stadtteil, sie sollen mit Lena und Jonathan keinen Tag zu lange die Schulbank drücken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/Treppe.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Migranten- als verschleierte Klassenfrage ist Schlüssel zum Verständnis des merkwürdigen Schulkampfs. Der Zwergenaufstand für die „Zwerge“ hat das Ziel, die Treppe nach oben für die Untersten zu sperren. Die Nachkommenschaft der Zwischenschicht-Professionals blühe gymnasial unter ihresgleichen – sowohl in Milieu- wie in ethnischer Hinsicht. Die Volkskörperpflege erfährt auf diesem Wege ihre schwarzgelbgrüne Aktualisierung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fruchtbar noch, der Schoß&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es schimmern durch derlei Verdrängungsübungen die Black Spots für passé erklärter Barbarei. Den traurig-tragischen Höhepunkt der Zwischenschicht-Organisiertheit in Deutschland bildete einst ... der Nationalsozialismus. Dessen Trägerschaft war menschlicher Staub, zerrieben zwischen den Klassenblöcken und aus dem Gefühl der Bedrohtheit heraus umso aggressiver um sich schnappend. Doch umspannte jenes Kleinbürgertum immerhin die Hälfte der Reichsgesellschaft. Es besaß, wenn meist auch auf Pump erworben, in der Mehrzahl seine Produktionsmittel selbst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/Staub.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine Nachfolger im Schaltwerk der Klassenmechanik, die merkwürdigen Zwischenschichtler der Jetztzeit, können dies kaum für sich reklamieren. Stoffliche Mittel der Re- und Produktion besitzen sie höchstens ausnahmsweise. Im Mürbewerk langer fordistischer Jahrzehnte zermahlten die großen Kapitalkonglomerate kleine Ladenbesitzer und Handwerker zuhauf. Gemessen an der wirklichen Klassenlage ist das Gros der Zwischenschichtler proletarisiert. Loggt der Freelancer sich mit seinem Stolz, dem Laptop, ins Netzwerk des temporären Brotherrn ein, so weiß er, dass der Server diesem gehört und keineswegs ihm als dem geheuerten Mietling. Die Trennung der zwischenschichtlichen Meute von den Werkanlagen der Re- und Produktion: das ist das Geheimnis ihres Bildungs-Wahns. Sie sind nackte Untertanen des Marktes, zurückgeworfen auf Hirninhalts-Promotion. So balgen sie darum, dass die Synapsennetze ihrer heiligen Brut auf Kosten anderer gedeihen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;P(rek)arias der Mitte&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch die Nachwachsenden, die synaptisch begünstig sind, sickern zumeist ein in die besitzlose Masse. Typisch mittelschichtlich sind an ihnen bloß die geschliffenen Prismen ihrer Vorurteile. Knochentiefer Eigensinn und Feindseligkeit gegen jedwede Regung von Solidarität sind die brüchigen Streben dieser Wahnidentität. Die Pathogenität spitzt sich absurderweise zu, je weniger der davon ergriffene Bürger die Strudel seines Lebensstroms als Steuernder durchschifft. Es erstrahlt der Zwang, die Haut zu Markte zu tragen, in abgesoftetem Deckenfluter-Licht, bis – manchmal – der Burn-out dem ein Ende macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/Saab900.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bestätigung erfährt die Weichzeichner-Weltsicht im Unterleitwolftum des mittleren Managements. Wo Skills und Praktika nicht hinreichend sind, scharwenzeln die Professionals sich in In-Circles aufwärts. Doch spüren sie die Turbulenzen des Weltmarkts und wiegen sich nicht mehr so in Sicherheit wie früher. Das bewährte „Mach dich locker“ kommt gepresst über die Lippen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dialektik der Dummheit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Börsen zerschellen, wünscht man sich Mitbürger, die sich nicht leichthin etwas weismachen lassen. Doch die tätige Tüchtigkeit der „Wissensunternehmer“, dies rührige Schaffen, Basteln und Probieren, ist gezeichnet von der Rauferei der Marktkonkurrenz. Der Forscher, Lehrer, Architekt, Journalist, IT-Fachmann, Banker, Creative oder Techniker, er ist bei Strafe des Untergangs gezwungen, seinen Hirninhalt marktgerecht zuzuschneiden. Ihm fehlt die Gelegenheit, sich darin zu üben, die Totalität ins Visier zu nehmen. Die Spiegelkabinette der Kulturindustrie liefern just-in-time die nächste Fata Morgana. Das edle Wollen des Einzelnen führt in der Summe so zwangsläufig zum Üblen. Wie die Konkurrenz, die das Geschäft belebt, das drohende Gerumpel der Weltkrisen hervorruft, so verhält es sich auch mit den Kenntnisschätzen, die die Zwischenschichtler in ihren Hirnen bebrüten: Die Einzelschläue der monadischen Millionen gerät im Geflirre der Spiegelkabinette zu hoch potenzierter Gesamtdummheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/Kabelsalat.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So wächst die Schmiegsamkeit ins Unermessliche. Marktgängigkeit beweisen die Professionals, indem sie Mehrarbeit für lau ableisten. Das Tarnkleid für die Anspannung, mit der sie sich selbst – und mit ihnen „das Team“ – im Schraubstock halten, webt pseudojunges Easy-Going-Geschwafel. Nachbohren? Unlässig; Schwamm drüber, stoß mit an.&lt;br /&gt;Man redet sich ein, aus tiefstem Innern zu wollen, wozu einen raue Umstände treiben. Den simplen Sachverhalt der eigenen Ohnmacht würzt die Marinade des Neo-Klassendünkels. Das Hamburger Volksbegehren ist hässlicher Ausdruck dieses Chauvinismus der Emporgestrebten. Er bereitet die Gemüter dafür vor, in den altmodischsten Hasszustand umzukippen, sobald die Krise die Stufe bröckeln macht, auf welcher man hinankraxelnd angelangt ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es lebe der Pöbel, es lebe das Wissen; hoch auch die internationale Solidarität.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4286332638368907351-6798561995854771908?l=funky-pluto.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/6798561995854771908/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2010/08/eigenbrut-doping.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/6798561995854771908'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/6798561995854771908'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2010/08/eigenbrut-doping.html' title='Eigenbrut-Doping'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351.post-5507298392131489500</id><published>2009-10-01T19:20:00.019+02:00</published><updated>2011-12-19T20:20:56.356+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Hoffnung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='wohin'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Utopia'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='schizoide Strukturen'/><title type='text'>Soothing Soul Music oder: Die exaltierte Mildheit der Utopie</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Das nahferne Echo des Dinosaurier-Blökens, Teil 3&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tritt uns mit der Klangform der Soulmusik endlich das ersehnte Andere entgegen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Soul ist typische Hervorbringung der nordamerikanischen Bedrängungsgesellschaft. Formlos geformt dem Bevölkerungssegment der dunkel pigmentierten Halbbürger entstiegen, destillierte sein Sound die Hoffnungs-Aromen, welche noch der allertiefsten Hoffnungslosigkeit in Spuren und Resten beigemischt sind. Im Bereich der populären Massenmusik verkörpert er vermutlich die legitimste, da am wenigsten artifiziell verzüchtete Nachkommenschaft der Verschleppten-Choräle. Die Zerstreuungsindustrie nahm sich seiner früh an; die Zurichtung, der sie ihn unterzog, erfolgte in derselben kulturellen Kaltzeit wie der Boom des prahlerisch lärmenden &lt;a href="http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/das-nahferne-echo-des-dinosaurier.html"&gt;Rockismus&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/foam-1.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Schaumbildung irriger Weltauffassung wirkt der Soul damit längst nicht entgegen. Andersherum, er etabliert Vortragsformen, in welchen die Geknechteten als Befreite sich nur spielen. So vermochte der Soul auch jenseits seines Urmilieus anästhetische Wirkung zu entfalten; und dies, obgleich – oder gerade weil – er dies mithilfe anderer Codes bewerkstelligt als der blässliche Majoritätssound.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Haut und Hoden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was im Soul vordergründig zum Einsatz kommt, ist der Schmeichel-Sound des männlichen Liebhabers. Schon der frühe R&amp;B, wo der &lt;a href="http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/das-nahferne-echo-des-dinosaurier.html"&gt;Rock’n’Roll&lt;/a&gt; sich bediente, bestand zu einem Gutteil aus Geschlechtlichkeits-Metaphern, die vor der heuchlerischen Luther-Moral des herrschenden Hauptstroms Deckung boten. Der Soul spitzt diese Metaphorik grell zu. Er kleidet sie in die Wortwattebäusche des gedachten XY-Chromosomierten, der per zärtliche Nahbereibung aus dem Einerlei der Knechtschaft sich herauszuwinden sucht; er verkörpert die Körperlichkeit desjenigen, der von handfesten Gütern so enteignet bleibt, dass das Dopamin-Geriesel des eigenen Leibes ihm letzter Springquell der Freude ist. Dies gilt nicht allein für die Nachkommenschaft der vormals aus Afrika Hinfortverschleppten. Auch unter Verpflanzten fernab dieser Breiten wiegt man gern das Haupt zu souligem Rhythmus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/bank.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch entlehnt der Soul nicht dem Beziehungsknast der fatal verschnittenen Geschlechterverhältnisse die allerunseligsten Ideologeme, sie ahnungslosen Angesichts weiterverwertend? Die Hörabsicht, die dich dem Soul geneigt macht, schwächt diesen Vorwurf merklich ab. Den Rockismus, en passant bemerkt, trifft er voll. Jener geriert sich in jeder Hinsicht tumber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Thrill des Herumtollens&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwar bringt der Soul die Balzlust übersteigert zum Ausdruck. Vor der Zielaggression, dem tatsächlichen Übergriff scheut er allerdings unbedingt zurück. Sein Soundgemisch enthält sich jeder Verhärtung und neigt allenthalben zur Schmiegsamkeit; wo es im Verlauf einer Nummer dumpf rumpelt, erhält solch unbändig-hektischer Ausbruch einen wohlgefälligen Schall-Part zum Nachbarn. Mit exaltiert vorgetragener Mildheit überföhnt der Soul die Eiswüsteneien, die zugespitzte Stile des neueren Rockismus wie Metal und &lt;a href="http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/uber-hardcore-oder-schwitzen-nach-innen.html"&gt;Hardcore&lt;/a&gt; heraufbeschwören. Ungepresst und tobfroh sprudelt sein Rhythmus, der Flow balsamiert die rauen Synapsen: manch Muskelgefaser erfährt warme Weitung, der Akkomodationsring der Pupillen etwa, so die schauende Durchdringung des Weltganzen fördernd. Dem Verkrampften wird die Körper-Seele erweicht. Zur Widerstandsdialektik des befreienden Gegenschlags steuert der Soul damit die Grundzutat der somatischen Selbstbewusstwerdung bei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/bees.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu tiefster Sinnbestimmung gelangt der Soul folglich, wo er mit dem offenen Widerwort sich bindet. Erhebendsten Ausdruck fand dies in den Frühsiebzigern. Die einstigen Crooner Marvin Gaye und Curtis Mayfield traten da mit grandiosen Opera hervor; sie schmolzen die schlau verfasste Beschwerde über das pigmentbasierte Klassenjoch in formidable Klangwelten ein. Selbst sie, Protagonisten der Schmeichelmusik, waren der großen Katalyse nicht entronnen, der das „fire last time“ der Endsechziger jedes denkende Mitwesen unterzog. So glimmt im Nahbereich der herdhaften Wärme, mit welcher der Soul die Hirndurchblutung fördert, die Sehnsucht nach der anderen, kommenden Welt auf.&lt;br /&gt;Gewisse kluge Renegaten des Harschklangs fachten ein gutes Jahrzehnt darauf dies Glimmen noch ein Stück wirksamer an. &lt;a href="http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/p-weller-ex-jam-ist-doch-kein-schwein.html"&gt;P. Weller&lt;/a&gt; von der britischen Gruppe Style Council hatte einst Gitarren zum Kreischen gebracht; er entsagte, indem er dem Soul sich zuwandte, insofern bewusst einem Stil-Irrtum. Wo mitunter dem Soul-Vinyl ein süßlicher Nachhall die Schallrillen zu verkleistern scheint, überformten die frühen Style-Council-Alben dies mit politischer Widerborstigkeit. Es markiert jene Umkehr, möchte man meinen, den wortklanglichen Gipfel des verflossenen Jahrtausends.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glimm-Gipfel und Schlamm-Tal&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solange die dem Soul ursprünglich huldigenden Kreise in Segregation gehalten wurden, changierte ihr Standort im Gesellschaftsgefüge; sie trieben jenseits und zwischen den Hauptklassen volatil und suchend umher. Die Fixierung eines pigmentierten Klassenstandorts erwies sich als bedeutende Anstrengung. Irgendwo auf dem Bogenrund zwischen Arbeiterklasse und abgehängter Halbwelt balgte man um einen kulturellen Stehplatz. Der technisch verfeinerte Soul neuerer Machart schärfte nach Kräften das Anspruchsbewusstsein. Doch bis weit in die Siebziger Jahre hinein blieb es bei rein negativer Integration; als Vollteil des Ganzen längst nicht wahrhaft geschätzt, war man schuldlos dazu verdammt, in der Mechanik der Klassenspaltung die Rolle eines Scharniers zu erfüllen. Die mühevoll geronnenen Untermilieus harren in vielerlei Hinsicht bis heute des bruchfesten Einbaus ins Gesellschaftsgefüge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/baustelle.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Prozess der nachgeholten Klassenformierung ist noch längst nicht zur Vollendung gekommen. Die zwischengeschlechtliche Zusatz-Kohäsion, welche die Kernleistung des Soul ausmacht, erweist sich umso mehr als erwünscht. Doch der Pur-Klang der erhebendsten Soul-Perioden bedient heute nur mehr Nischenvorlieben im Stil-Labyrinth eines zerflossenen Genres. Mit dem piepsigen Gesäusel, das in jüngeren Jahren den synthetischen Beiklang der Chart-Musik ausmacht, ist der typische Neusoul heute ebenso durchsetzt wie mit gehaltlos dahingerappten Brabbelpassagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der unsägliche Gestus des Durchschnitts-Soul der Jetztzeit täuscht nicht hinweg über Zwischen-Verdienste. Der Bewegung des Northern Soul etwa gelang es, durch Ausgrabung verschütteter Vor-Inkarnationen ein Besitztum zu reklamieren, welches man der Jugend periodisch entreißt: dasjenige des hehren Tanzspaßes von unten. Indessen fiel auch der genordete Provinz-Soul unweigerlich der Sklerose anheim. Im Streit um die Hoheit über den Dancefloor blieb er gegen House und Verwandtes ohne Chance. Seitdem betreiben unter seinem Banner gestrig gepolte Vereinsmeier-Seelen eine Art Retro-Mummenschanz. Hier wie im R&amp;B der Chart-Gefilde werden mit jedem saisonalen Zyklus die einst gleitenden Formen krustiger verbacken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/alter_mann_bank.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Konfektionierte Nahaffektion&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Trachten des gemeinen Dienstleistungsbürgers erschöpft sich im arbiträr Menschenpaarigen. Die Reststile des Soul bestärken ihn darin; sie verengen die Sicht und strahlen nicht mehr ab in als weit begriffene Menschenkreise. Was obsiegt, ist die immergleich leere Routine fetischstarrer Verführungs-Machenschaften. Den bodennahen Höhepunkt solch scheinhaften Souls bildet der Koitus, der kopplungslos bleibt.&lt;br /&gt;Und die Seelen, die einen Daseinszweck weder im Genitalvollzug noch in den Riten, die ihn anbahnen, finden? Sie raffen zusammen, was am Soul groß sie dünkt, es in neue exaltierte Stile überführend. Den brauchbarsten von diesen kennen wir als Hip-Hop.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Nachtrag hierzu: folgt.&lt;br /&gt;Komm bald wieder, Schwuder-Brester.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4286332638368907351-5507298392131489500?l=funky-pluto.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/5507298392131489500/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/10/soothing-soul-music-oder-die-exaltierte.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/5507298392131489500'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/5507298392131489500'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/10/soothing-soul-music-oder-die-exaltierte.html' title='Soothing Soul Music oder: Die exaltierte Mildheit der Utopie'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351.post-2102516889274044038</id><published>2009-07-17T20:41:00.006+02:00</published><updated>2009-07-17T21:34:31.503+02:00</updated><title type='text'>Jammer gewesenen Chlorophylls</title><content type='html'>Erglänzte auf Erden kein sonstiges Blattgrün,&lt;br /&gt;besonntest du meines, des bin ich gewiss.&lt;br /&gt;Ich welkte nicht hin unter laubkühlem Nacht-Dach&lt;br /&gt;(lebendigem Auge ein Reis bloß, angstgräulich),&lt;br /&gt;zergurgelt&lt;br /&gt;im Farn-Schlamm der Wald-Ungerührtheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/farn-1.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Zugespitzte Fassung, Juli 09.]&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4286332638368907351-2102516889274044038?l=funky-pluto.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/2102516889274044038/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/07/jammer-gewesenen-chlorophylls.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/2102516889274044038'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/2102516889274044038'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/07/jammer-gewesenen-chlorophylls.html' title='Jammer gewesenen Chlorophylls'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351.post-1499443750107226224</id><published>2009-06-11T14:50:00.018+02:00</published><updated>2009-06-25T19:52:20.165+02:00</updated><title type='text'>Aggressive Bewusstlosigkeit</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die Homies, "ich" und die End-Rezession&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Zwischenschicht-Styler steht gelackmeiert da. Das Büro-Commitment schien unendlich ergiebig, mächtig schick hatte alles getuckert. Nun plötzlich: Kolbenfresser, Akkumulations-Stau.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/IMG_1047.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;[Frankfurt am Schmutzfluss, Roßmarkt.]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unbehagen wallt, der Haarglanz entdunstet. Synergetische Fügung, dass „am Ende des Tages“ – unterm Heizpilz, beim zweiten Latte macchiato – der Blick ab und an auf ein Banner fallen darf, das den Missmut mit einem Kraftausdruck hinwegschimpft. (Förderlich für die  Genick-Straffheit, somit für den Sitz des Polohemd-Kragens. Sowie, bei der Begleitung, für den Halsschmuck-Baumelwinkel.)&lt;br /&gt;Doch wird die Verwünschung des Unbegriffenen das Styler-Cabrio davor bewahren, auf mobile.de verramscht zu werden? Kaum, wenn die Konjunktur weiter schwindet. So wenig, wie den ganzen Cabriolettismus, in seiner chillig durchharzten Vergrinstheit, buddhistoides Voodoo-Gemurmel, Freebase rauchen und Weihwasserspiele vor psychotischen Alpträumen retten dürften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Anlage&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Interview des &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Stern&lt;/span&gt; mit Prof. Eric J. Hobsbawm, Vergangenheitsforscher, 7. Mai 2009&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Stern:&lt;/span&gt; Sie wissen nicht, wohin sie gehen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Hobsbawm: &lt;/span&gt;(…) Was wir im Augenblick erleben, ist ja etwas, was es nach der radikalen Moraltheologie des Marktes gar nicht geben kann und darf, es ist also etwas, was das Denkvermögen der Akteure sprengt.  Wie ein blinder Mann, der durch ein Labyrinth zu gehen versucht, klopfen sie mit verschiedenen Stöcken die Wände ab, ganz verzweifelt, und sie hoffen, dass sie so irgendwann den Ausgang finden. Aber ihre Werkzeuge funktionieren nicht. (…) Wie reagieren die Menschen, wenn alle Sicherheiten verschwinden, sie aus ihrem Leben hinausgeworfen, ihre Lebensentwürfe brutal zerstört werden? Meine geschichtliche Erfahrung sagt mir, dass wir uns – ich kann das nicht ausschließen – auf eine Tragödie zubewegen. Es wird Blut fließen, mehr als das, viel Blut, das Leid der Menschen wird zunehmen (...) Und noch etwas möchte ich nicht ausschließen: einen Krieg, der dann zum Weltkrieg werden würde – zwischen den USA und China.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Stern: &lt;/span&gt;Das ist doch Unsinn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Hobsbawm: &lt;/span&gt;Nein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4286332638368907351-1499443750107226224?l=funky-pluto.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/1499443750107226224/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/06/aggressive-bewusstlosigkeit.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/1499443750107226224'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/1499443750107226224'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/06/aggressive-bewusstlosigkeit.html' title='Aggressive Bewusstlosigkeit'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351.post-6877167266459522439</id><published>2009-05-25T21:17:00.039+02:00</published><updated>2010-08-13T14:53:04.042+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Hoffnungslosigkeit'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Hardcore'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Straight Edge'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Befreiung'/><title type='text'>Über Hardcore oder: Schwitzen nach innen</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Das nahferne Echo des Dinosaurier-Blökens, Teil 2&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der &lt;a href="http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/das-nahferne-echo-des-dinosaurier.html"&gt;Rockismus&lt;/a&gt; hat Spielarten hervorgebracht, deren Anwender die grimmige Gewissheit pflegen, sie stünden zum Vaterstil in Opposition. Am schärfsten zugespitzt ist dieser Glaube im Hardcore. Hier werden die vergorenen Essenzen des Rockismus nicht mehr in gewohnter Süßlichkeit verbacken. Das Gitarren-Geschmirgel, rhythmisch hart verdichtet, lädt den Lauschenden kaum mehr dazu ein, verzückten Angesichts das Becken zu schwingen; der Saiten-Masturbator löst sich auf im Ensemble, Songwriting in Harmonien-Puzzeleien und das, was man Gesang nannte, in Gebelle. Anti-Rock’n’Roll, so weit eingedampft, dass das verachtete Rock-Schema gerade eben noch fortwirkt: Das ist sie, die gallige Essenz des Hardcore. Punk oder, noch widerwärtiger, „Punk’n’Roll“ ist hiergegen windelzarter Skatrunden-Walzer für das Persönlichkeits-Segment des „lockeren Jeans-Typen“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch vermag, wer die Docks der Aufgehobenheit mit verkniffener Stirnhaut dem Erdboden gleichmacht, darüber &lt;span style="font-style:italic;"&gt;das besondere Eigene&lt;/span&gt; zu errichten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/IMG_0920-1.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trennen und leimen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie gründlich auch einstmals die Rock-Reform des Grunge die Hörkanäle geweitet haben mag: Der Normalverteilungsbürger fährt unbeirrt fort, sich dem Radio-Gesäusel auszuliefern. Die Verhärtung, die Hardcore der Seele aufpresst, separiert den Initiierten von der Äther-Herde. Zwar bringt solche &lt;span style="font-style:italic;"&gt;künstlich potenzierte Trennung&lt;/span&gt; nichts anderes als die Entfremdung zum Ausdruck, die der noch nicht bis zum Stupor Betäubte im bürgerlichen Jetzt-Zustand andauernd erfährt. Doch wo das Bindemittel fehlt, zerfließt einem die Soße; ein Dagegen ohne Anwandlung von Solidarität geht leicht auf in rechtsgepoltem Quasi-Nietzscheanismus. Die Stil-Zone Hardcore bleibt hierfür hochempfänglich. &lt;br /&gt;Nicht umsonst prägt moderne Jugendbündelei die Begegnungsstätten der Hardcore-Freunde. Jene Trennung, die das unwirtliche Klanggebräu zeitigt, ist wie kaum etwas anderes geeignet, vis-à-vis der Elternwelt  Differenz zu reklamieren; gleichzeitig verlangt der Frost, der darin mitschwingt, nach Akten zärtlicher Kompensation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/boyscouts_fertig.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im binnenszenischen Miteinander trägt solcher Sehnsucht das Konzertgeschehen Rechnung. Versetzt es die Männerseelen genügend in Wallung, strömen die Cliquen der Event-Teilnehmer rauschhaft an der Bühnenkante zusammen und stapeln und verschlingen sich zu Herren-Trauben. Derart tritt man mit dem unbekannten Nächsten in allerengste Bereibung ein; welch ausgefeilte Freestyle-Choreographien da vor extraharscher Soundwand zur Anwendung kommen! Der Drang, nach solch verhuschter Betastung vollständig miteinander zu verschmelzen, konzentriert sich schließlich gestisch in der Praxis des Stagedive. Eine Freude, zu bezeugen, wie die Pose desjenigen, der seine ihm selbst nicht erklärliche Bedrängung machistisch in die Welt hinausschreit, in der uneingestandenen Homoerotik der Körperzusammenballungen zerfließt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einhundertundeine Klon-Ideen blühen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz Überörtlichkeit dieser Praktiken erwächst daraus noch nicht so etwas wie eine Szene; höchstens eine Art amorphe Szenerie. Die Täuschung, einer eigenen Kulturform zu pflegen, fußt auf ein paar Clustern schwächstcodierter Mätzchen und enthusiastisch betriebenem Textildruck. An Haltungen herrscht trotzdem keinerlei Mangel. Es flackert aus der Mitte dieser Szenen-Nachbildung die gesamte Nebelwelt der Irrtümer auf, welche die Zivilisation derzeit bereithält. Hier grassiert es, das Selbstbehauptungs-Knurren der Agnostic Front, Biohazard und Sick Of It All; mit solchem vitalistischen Droh-Gedröhne versetzen sich Exekutions-Funktionäre, die in US-Uniform den Planeten heimsuchen, vor Feindberührung nicht selten in den Mordrausch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/pavian_fertig.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andernorts, in trostlosen Vorstadt-Planquadraten, quillt wortwolkig existenzialistische Lyrik aus den Schallrillen von Emotive-Hardcore-Tonträgern; mancher desperate Gymnasiast kokoniert sich mit Hilfe dieses letzten Stücks Faden, das ihn an unsere Un-Welt noch bindet. In anderen Winkeln wirken anarchistische, Gay-Rights-bewegte Straight-Edge-Veganer, die Kants kategorischen Imperativ in ungeahnter Buntheit von links her neu züchten. Zwischendrin immerhin waltet ab und an Weisheit: Da gehen Ideologie-Radiologen wie das Schweden-Quintett &lt;a href="http://www.last.fm/music/Refused"&gt;Refused&lt;/a&gt; auf Streife und röntgen bis auf den letzten Haarriss das Bröckelfundament des windschiefen Weltbaus.&lt;br /&gt;Hemmt oder fördert das Ideen-Gewucher die Anbahnung des &lt;span style="font-style:italic;"&gt;nötigen Anderen von morgen&lt;/span&gt;? Dies lässt sich schwer entscheiden. Der eine hätte außerhalb dieses Reservats randständiger Weltanschauungs-Reproduktion von Umsturzhaftem nie je ein Sterbenswort vernommen; dem anderen ermöglicht das Szenen-Gewese, per kleinliche Händel sein Leben zu fristen – gleichend dem braven Familienvater, der im Arbeiterschließfach von gegenüber Abend für Abend sein Privathobby pflegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dingfest machen lässt sich das Andere, indem sich der Schielblick an sein Gegenteil heftet. Ersatzreligion für die erschöpften Zwischenschichten ist heute ein bedarfsgerechter Jedermann-Buddhismus, gestreckt mit dem Chill-Balsam des Indie-Rock; darauf untersucht, ob er geeignet ist, dem Hörer halbwegs das Hirn zu spornen, erweist sich dieser als Echtzwilling des prahlerisch tönenden &lt;a href="http://funky-pluto.blogspot.com/2009_04_01_archive.html"&gt;Alt-Rockismus&lt;/a&gt;. Gleich seiner geschichtlichen Urgestalt bildet der hipper frisierte Abguss nichts als das Spektakel in Reinform ab. Er reduziert das Schöpfertum der Zuhörermenge bis an den Rand der Bewusstlosigkeit; im Nahumkreis der jeweiligen Rockformation gerinnt, was an Beteiligung überhaupt vorkommt, zu der dürren Funktionsform des Geschäftsgebarens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und im Hardcore, sprießt da die Selbsttätigkeit? Auch hier lähmt &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Stellvertretertum&lt;/span&gt; die Wirkkraft. Wenige musizieren, die Meute lauscht und staunt; ein paar mehr erdenken, kreieren, wirbeln eifrig, der Rest zückt die Börse, erwirbt und – übersieht. Je dumpfer die Subszene, desto tiefer das Koma.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/flohmarkt_fertig_schmal.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bizeps- vs. Post-&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir ersehnten den Abzweig vom begradigten Flussbett, wir wurden hineingespült ins Prä-Ludentum der Muckibuden und Drachen-Tattoos; die Wiedervereinigung mit dem Hauptstrom brachte in Gestalt des Muskelmann-Gerumpels einen ultrarockistischen Golem hervor. Wer das schlecht ertrug, setzte sich ab. Aus dem stickigen Dunst des Großlabel-Machocore mitsamt seinen brachialen Klangklischees desertierten die Gewitzten bereits Ende der Achtziger. &lt;a href="http://www.last.fm/music/Fugazi"&gt;Fugazi&lt;/a&gt; und andere Dissidenten, den Würgereiz unverzagt urbar machend, flohen ins Versuchslabor des Nicht-mehr-bloß-Hardcore. Sie versetzten die dichten Energie-Eruptionen, wie sie ihrem Herkunftssound ureigen sind, mit Saiten-Tüfteleien und Geistesblitzen. Dabei bildeten sie manchen Zug des Indie-Populärrocks in vorsichtig gebrochenen Ziermustern nach. Arabesken wurden de- und rekonstruiert, liebklangliches Beiwerk kam neuerlich zu Ehren; längst nicht mehr Desertion in Permanenz, hat man es geschafft, in Stilen zu erstarren wie sonstige Ableger der Sumpfblume Punk. Doch wenn irgendwo, so restkeimen hier Subversions-Intelligenz und Nicht-Identität.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verlegt wird solcher &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Großhirn-Restcore&lt;/span&gt; von globusweit verrohrten &lt;a href="http://www.ebullition.com/"&gt;Kleinstlabel-Machern&lt;/a&gt;. Das freundliche Pumpgeräusch, das diese Raffinerie erzeugt, beschämt ausgiebig das Stellvertretertum und entlarvt alles leere Showbiz-Gefuchtel. Im kräftigen Gedeihen des Split-Release, des Tonträgers, der statt dem einen Einzelkünstler mindestens deren zwei präsentiert, drücken sich Geneigtheit zur Kooperation und die Abkehr von egozentrischer Selbstvergötzung aus. Respekt gebührt all diesen flohmarkthaft Rührigen; für alles, was am Genre verbreitenswert ist, treiben sie unter höchstem Kraftaufwand Kanäle in den zähen Lehm der Alltagskultur.&lt;br /&gt;Doch ach, der Grobsog des falschen Ganzen zerrt an dieser Riege der Gegen-Geschäftsleute nicht anders als an jedem Kleingewerbetreibenden. Gnadenlos bläst der Konjunktur-Monsun, Ressourcenknappheit nötigt zur Handwerkelei; so droht selbst der strengste DIY-Apostel ins liberal gesinnte Schaffensmenschtum abzugleiten. Wuchtig-schiefe Akkordgewitter, anderthalb Quadratmeter Hautbestechungs-Landscapes, sonstige hohle Szene-Artefakte, die binnen Quartalsfrist umcodiert sind: All dies ändert nicht das Geringste daran, dass Bilanzen ihren Weg in die Mitte pflastern. &lt;a href="http://www.dischord.com/"&gt;Dischord Records&lt;/a&gt; ist eine Mittelstands-Klitsche von der politischen Zahnlosigkeit eines Gregor Gysi.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Vielleicht demnächst im Soulcore-Laboratorium: was zu Soul und Hip-Hop. Dranbleiben!)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4286332638368907351-6877167266459522439?l=funky-pluto.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/6877167266459522439/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/uber-hardcore-oder-schwitzen-nach-innen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/6877167266459522439'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/6877167266459522439'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/uber-hardcore-oder-schwitzen-nach-innen.html' title='Über Hardcore oder: Schwitzen nach innen'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351.post-7755096381585450500</id><published>2009-05-23T11:46:00.009+02:00</published><updated>2009-05-23T19:20:17.058+02:00</updated><title type='text'>Byzantinismen</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Istanbul, May 2009&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/IMG_0633-1.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Spice Bazaar, Eminönü.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/IMG_0832.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Some square in Galata.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/IMG_0654.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Eminönü again.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/IMG_0836-1.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Somewhere in Beyoğlu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/IMG_0745-1.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Side street of İstiklal Caddesi.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4286332638368907351-7755096381585450500?l=funky-pluto.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/7755096381585450500/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/byzantinismen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/7755096381585450500'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/7755096381585450500'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/byzantinismen.html' title='Byzantinismen'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351.post-9134429171258734030</id><published>2009-04-22T22:05:00.006+02:00</published><updated>2009-05-14T18:49:28.849+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Rockismus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Identisches'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Jetztweltliches'/><title type='text'>Das nahferne Echo des Dinosaurier-Blökens</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Teil 1: Rockismus &amp; Indie-Rockismus, die unwohlgeratenen Zwillinge&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vorab-Bekenntnis&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hören kann man alles.&lt;br /&gt;Die Muster dessen, was du als wohlig empfindest, sind in deiner Seele tief, allzu tief fundamentiert. Das Rauschen des Stadtraums, das kältlich-stummdumme, hätte eigentlich als störend zu gelten; doch selbst dieses vermisst du nach einer Woche fichtendurchrauschter Waldursprünglichkeit.&lt;br /&gt;Einem Fetzen Musik voll Vergnügen zu lauschen fußt im Wirkungsraum des notwendig falschen Bewusstseins meistenfalls auf konsequent falsch Erlerntem; was dies falsch Erlernte wie geschaffen dafür macht, bei aller Welt „authentisch“ zu heißen.&lt;br /&gt;Fette dein Hörrohr mit dem Falschheits-Verdacht! Bohre dich mit dessen geneigter Unterstützung bis tief ins Mark des herrschenden Seicht-Schalls!&lt;br /&gt;Beschnüffle den Urgrund seiner inneren Fäulnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/knochen_DW_Wissensc_480269g.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Gestampfe des alternden Alphamännchens&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das letzte Schauspiel ewig wirkenden Aufstiegs gab der Weltkapitalismus in den sechziger Jahren. In klangkultureller Hinsicht ist davon das Abbild der Rockismus. Man kann dessen weithin wirkende Verschleierungsleistung auf einen simplen akustischen Kernzweck reduzieren: Was er der herrschenden Kultur-Ideologie zu bieten hat, ist die Ausstattung des eingängigen Volkslied-Melodiebogens mit einer dynamisch schallenden Gegenwartsumbauung. The Beatles und „die Stones“ (nach &lt;a href="http://www.byte.fm/index.php?cont=moderatoren_detail&amp;moderator=32"&gt;Klaus Walter&lt;/a&gt;) dienten ihm insofern als Übergötzen. Was wir als Rockismus verabscheuen gelernt haben, kraxelte in seiner embryonalen Gestalt auf ausgesprochen beschwerlichem Pfad aus den Katakomben der Geächteten hinauf ins Hörzentrum des Molochs. Aufsaugend, was ihm brauchbar erschien an Ausdrucksformen der Zertretenen Europas, Afrikas, der Karibik und des südlichen Amerika, gerann er zu weißer Überlegenheitskultur. Aber nicht nur dies, gelang es diesem Novum doch, sich listig zu tarnen als eigentlich gegen das Establishment gerichtet; der klassische Rockismus bildete, äußerlich voll flackernder Verrücktheit, den Soundtrack zum formierten Schein-Lotterleben.&lt;br /&gt;Mit dem Niedergang seines Wirtsmilieus geriet auch dieses zähe Kultur-Amalgam in Krisen und musste sich ein, zwei Mal halbwegs neu erfinden. Denn sein Wirken ist unverzichtbar, seine Zwecke sind bedeutend: die Herrschaft des Menschen über den Menschen in ihrer zugespitzten Jetztzeit-Form orchestrieren; die irrblind vorangetriebene Weltzurichtung klanglich angemessen ummanteln. Die vollmaschinell erzeugten Sounds mancher Nebenkultur machten ihm in jüngeren Jahrzehnten Konkurrenz. Doch in Erster und Zweiter Welt ist der Rockismus weiter eine Stützstrebe des Pseudo-Hedonismus; er wirkt dabei mit, den Eindruck herzustellen, in einem Gemeinwesen voll äußerer Bedrängungen lasse sich Befriedigung generieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/CarlosSantana-L2.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kern-Elemente des Rockismus sind dreierlei: schematisch-technologischer Zuschnitt plebejischen Liedguts, gleich ob europäischer oder afrikanischer Provenienz; die aufgeblasen-gleitlustige Emotionalität der konfektionierten Refrain-Zeile; Überhöhung des instrumentellen Einzelkönners und der genialen Songmacher-Persönlichkeit. In all dem spiegelt der Rockismus getreu die Hauptirrtümer unserer Epoche – und bewohnt selbstverständlich auch die Hirne ihrer Lenker. „Highway To Hell“ von AC/DC ist das Lieblingsstück von Außenminister a. D. Joseph Fischer. Wie stampft da das chauvinistische Alphamännchen lustig im Takt des Rockismus von vorgestern!&lt;br /&gt;Die Antlitze rockistischer Über-Dinos wie „der Stones“ unterliegen längst flächiger Auffältelung. Gleichwohl verirrte sich in einem Trugschluss, wer meinte, damit ermatte auch die Wirkkraft der rockistischen Ideologie in ihrer Gesamtheit. Untoten gleich ergehen Jung-Großreptilien sich in Gewändern noch becircenderer Annehmlichkeit. Ihr gegenwärtiges Spuk-Revier ist das Recycling-Genre des Indie-Rock.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Indie-Rockismus&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Radiohead oder The Notwist stellen die angemessenste klangliche Verkleidung bereit, die das Spektakel sich zum Millennium hin überstreifen konnte. Der Sound ist Distinktions-Muzak für die gebildeten Stände; Studenten, Kulturschaffende, Dienstleistungsbürger formen die Gemeinde seines feinsinnigen Kultus. Der Vorzug des Pseudo-Hedonismus 2.0 besteht darin, dass er seine düsteren Schwester-Gemützszustände in sein Klanggeflecht inkorporiert hat. Die süßlich eingedampfte Melancholie lässt listig der Scheinopposition allen Raum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/american-apparel-busstop.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Je alternativer sie sich hierbei gibt, umso mehr bildet diese Art des Neo-Rockismus mit dem kulturellen Hauptstrom eine integrale Einheit. Indem das Indietum von den Zwischenschicht-Milieus zur Identitäts-Formung bevorzugt herangezogen wird, polstert und stützt es die Klassenpyramide; ja, es muss gar als ihr klanglicher Ausdruck gelten, so vortrefflich, wie es die Risse in jenem Abbruch-Monument mit Mustern eines falschen Anderen tapeziert.&lt;br /&gt;Wogt im Alt-Rockismus das schwitzige Spießer-Meer von gestern, repräsentiert die moderne Indie-Varietät die solo vor sich hin zuckende Liberal-Monade. Wirksamer als das schale Erlebnis-Geschunkel, zu dem der Rockismus geschwunden ist, fördert das Indietum die Einzwängung des Selbst in die Rolle des scheinbar sich selbst verwaltenden Einzelnen. Der erhaben sich dünkende Leistungsbereite versichert sich auf diesem Weg seiner Distinguiertheit.&lt;br /&gt;The Notwist, das ist der Lieblingssound von Claudia Roth und Daniel Kehlmann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Nächste Folge: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Über Hardcore!&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Stay tuned, kids.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4286332638368907351-9134429171258734030?l=funky-pluto.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/9134429171258734030/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/das-nahferne-echo-des-dinosaurier.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/9134429171258734030'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/9134429171258734030'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/das-nahferne-echo-des-dinosaurier.html' title='Das nahferne Echo des Dinosaurier-Blökens'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351.post-2444409483198448660</id><published>2008-12-29T08:38:00.008+01:00</published><updated>2009-05-16T13:26:19.159+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Vorgeschmäcke'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Nichtidentisches'/><title type='text'>Auralschief</title><content type='html'>Mit 10, 11 Jahren, vielleicht früher noch, vielleicht später, hatte man nur das Radio und den Pausenhof. Musikvideo-Abspielsender: keine. Höchstens ältere Geschwister.&lt;br /&gt;Was lotste einen hin zu &lt;span style="font-style:italic;"&gt;anderer&lt;/span&gt; Musik?&lt;br /&gt;In die wöchentlichen Chart-Ausblähungen der Radiosender verirrte sich hier und da etwas hinein, was verschieden tönte. Einem die Gehörkanäle für die Gelegenheiten aufraute, da das ganz Andere, später, sich näherte. Und diesem ermöglichte, anzudocken.&lt;br /&gt;Das ergab: das Hörrohr für den Seufzer der bedrängten Kreatur. Die Präliminar-Devianz, den Riss im Deich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nennenswert:&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.last.fm/music/Kate+Bush/_/Suspended+in+Gaffa"&gt;Kate Bush, Suspended in Gaffa&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Adam &amp; The Ants, Prince Charming&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.last.fm/music/The+Stranglers/_/Golden+Brown"&gt;The Stranglers, Golden Brown&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Prince, When Doves Cry&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4286332638368907351-2444409483198448660?l=funky-pluto.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/2444409483198448660/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2008/12/auralschief.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/2444409483198448660'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/2444409483198448660'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2008/12/auralschief.html' title='Auralschief'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4286332638368907351.post-4668619866973871021</id><published>2007-09-18T05:57:00.025+02:00</published><updated>2009-05-23T00:29:03.816+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Identisches'/><title type='text'>P. Weller, einst The Jam, nun doch kein Schwein? (Oder: Wie der Herr sich sonntags im Mousonturm anfühlt.)</title><content type='html'>„Paul Weller ist ein Schwein", sang die Düsseldorfer Modband Stunde X vor Zeiten auf ihrer Langspielplatte „Graf Porno reitet für Deutschland". Die Zuschreibung darf, da nun der Geschmähte der aktualisierten Belinsung sich darbot, als endlich widerlegt betrachtet werden. Wer Weller dort im Erdgeschoss des Frankfurter Mousonturms zur Rechten von Steve Cradock performen sah, kam nicht auf die Idee, der Herr dort auf dem Schemel ähnle einem rosigen Paarhufer. Erstens war er dazu zu gut solariert. Zweitens nimmt er zunehmend die Physiognomie einer hierorts beliebten Romanfigur an. Und zwar die der Karl-May-Schöpfung Klekih-Petra, des weisen, zudem „ex-weißen" Indianerhäuptlings. So in der optischen Ausformung etwa, wie sie die Winnetou-Streifen der Sechziger in unsere Kinderseelen eingebrannt haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/Bild014.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;[Hiesige Weller-Bilder: selbstgeschossen.]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei ihrem bandlosen Doppelauftritt zelebrierten die Musiker folkigen Roots-Sound, da passte die Zottelfrisur des Meisters. Der unselige Rockismus, dem Paule verfallen ist, seit er seinen Style Council aufgelöst hat, ging in dem Abschall der Halbakustischen auf angenehm erlauschbare Weise verschütt. Gitarrenpartner Cradock, mit Halstuch zum Muskelshirt und schicken, gut geputzten Reinschlüpfboots, spielte dazu fein die Sologitarre. Stevies konzentrierte, beherrschte Grimassen den ganzen Auftritt über mit den Augen zu verfolgen, das konnte einem wirklich zur Wonne werden. Bemerkenswert des Weiteren, dass die Hauptattraktion, Herr Weller, bei einer Gelegenheit den Vortrag eines Songs nach zehn Sekunden Anspielen brüsk unterbrach. Wie hallte da das takthafte Mitklatschen der Menge, die sich vor der Bühne zusammendrängte, leer und sinnlos in den Saal hinein! Weller hob die Hände, äffte sie nach und nannte den handtechnisch erzeugten Marschierschritt „fucking disgusting“. Das bedeutet nicht, dass er schlecht gelaunt gewesen wäre. Im Gegenteil, seine Spiellust gewann stetig an Fahrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://photobucket.com" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://i158.photobucket.com/albums/t106/riesenhase/Bild003_klein.jpg" border="0" alt="Photobucket"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gelegentlich rauchend, heftig transpirierend, so klampfte er sich durch sein Repertoire. Geboten wurden Stücke aus der Solopalette, daneben „English Rose“ aus vergangener Jam-Zeit und die Style-Council-Nummer „Down in the Seine“. Auffallend viele Coverstücke von der „Studio 150“, übrigens. Beim Zugabegeben war Cradock zwei, drei Mal drauf und dran, der Bühne endgültig den Rücken zu kehren. Doch ein Kinnzucken des Chefs hielt ihn davon ab, und man spielte jeweils noch ein weiteres Liedchen.&lt;br /&gt;Aufregend ist an diesem Sound natürlich nichts. Die Darbietungsweise, die gegebenen Rollen, all dies ist Kitt für den Weltzustand. Was bleibt, ist lauer Mythos, die Faszination der rau zugeschnittenen Schallwellenbündel, die eine Organverklumpung namens „Paul Weller“ nach wie vor aus ihrem Kehlkopf abscheidet. Dass Kontinuität mit dem großen Gestern über schnöde Biologisches oft nicht hinausreicht, das ist ein Eindruck, der mich öfter benieselt. Da gerinnt leicht der Verdacht, dass die „Reifung“ des Menschen im massigen Gärtank des Gesellschaftsgefüges umgekehrt zu der des Weines verläuft: Wein wird oft besser, wenn er an Jahren gewinnt.&lt;br /&gt;Doch was früher faszinierte, verfliegt meist nicht zur Gänze. Die Formation The Style Council immerhin, die Weller vor Jahrzehnten initiiert hat, ist mit ihrem soulmusikalischen, politisch-kulturell zugespitzten Klangamalgam vielleicht die für lange Zeit erhebendste gewesen. Da konnte man ruhig mal den Mann besuchen gehen, wenn er eines Sonntags in der Stadt gewesen ist. Das war immer noch besser, als Tatort zu glotzen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4286332638368907351-4668619866973871021?l=funky-pluto.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://funky-pluto.blogspot.com/feeds/4668619866973871021/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/p-weller-ex-jam-ist-doch-kein-schwein.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/4668619866973871021'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4286332638368907351/posts/default/4668619866973871021'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://funky-pluto.blogspot.com/2009/05/p-weller-ex-jam-ist-doch-kein-schwein.html' title='P. Weller, einst The Jam, nun doch kein Schwein? (Oder: Wie der Herr sich sonntags im Mousonturm anfühlt.)'/><author><name>Nescafé Kid</name><uri>http://www.blogger.com/profile/03423938019502561259</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='19' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/-7-5nZ-vzric/TrUIoads-hI/AAAAAAAAALo/5z9Kuf67jQM/s220/runter.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
